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Mein Ausgleich: Als die Arbeit zum Hobby wurde

16. Mai 2017

Alle Menschen streben nach einem Ausgleich zu dem was sie tun. Die einen brauchen den Ausgleich für den Job, die anderen für die Beziehung und wieder andere brauchen sogar den Ausgleich vom nichts tun. In meinen Lebensstationen habe ich mir immer unterschiedliche Methoden gesucht um einen Ausgleich zu schaffen.

Doch warum brauchen wir ihn überhaupt? Unser Leben ist ein Fulltime Job in dem wir funktionieren müssen. In der Schule, an der Uni, auf der Arbeit oder einfach in unserem sozialen Umfeld. Wir möchten immer unser bestes geben. Doch irgendwann bekommt man einen Tunnelblick, verliert seine Ziele aus den Augen. Da helfen einem Momente die rein gar nichts mit dem zutun haben, was uns sonst am meisten Beschäftigt. Gibt uns neue Energie und Willenskraft, das zu schaffen was und wichtig ist.

Von der Schule bis zur Ausbildung

Die Schulzeit

In der Schule war ich eher ein Einzelgänger. Ich habe in einer anderen Stadt gewohnt, bin nicht mit meinen Klassenkameraden im gleichen Kindergarten gewesen und habe einfach nicht so richtig reingepasst. Das hat sich eigentlich bis zum Abitur nicht verändert. Ich hatte meinen kleinen Freundeskreis alle ganz speziell und wundervoll auf ihre Art und Weise. Früher war es mir wichtig zum großen ganzen dazu zugehören und habe es aber dann doch nie geschafft. Heute lache ich darüber, könnte mir an den Kopf fassen.
Ich habe in der Zeit sehr viel Sport gemacht, getanzt in meinem Wohnort fernab von den Stadtkindern.
Fasching war mein Lebensinhalt, half mir aber auch nicht weiter, denn so ein Sport hatte meine Klasse noch nie gesehen und die Vorstellung in Kostüm und Perücke auf der Bühne rum zu hüpfen für die meisten lächerlich.
Es war also meine Flucht aber auch meine eigene Welt in dem mir die Personen die mich nicht mochten nichts anhaben konnten, da sie sich nicht dafür interessiert haben. Mein Glück sozusagen.
Das Tanzen war sogar mein Ausrede als meine erste Beziehung in die Brüche ging. Die erste große Liebe war nach einem Jahr unausstehlich geworden. So konnte ich mich selbst vor seinem Geburtstag mit meinem Gardetraining drücken.

Danach kam der jugendliche Leichtsinn.

Mit 16 kam mein Umzug in die Stadt und ich habe das Tanzen aufgehört und mit dem trinken angefangen. Das hört sich jetzt schlimmer an als es eigentlich war, aber irgendwie hat es gut getan. Man hat gemerkt, was passiert wenn die Gemüter lustig werden und die Zunge locker. Ich bin richtig aufgeblüht, habe meine Scheu verloren auf Menschen zuzugehen und wurde offener. Ich habe gemerkt das Menschen doch nicht so scheiße sind wie ich dachte.

Der 1. richtige Job mit Verantwortung

Nach meinem Abi habe ich nicht wie alle meine 7 Sachen gepackt und bin die ausgelutschte work&travel Route durch Asien gestartet, sondern bin von zuhause ausgezogen und habe gearbeitet. Dann hatte ich viele Monate gar keinen Ausgleich. Ich habe eigentlich nur gearbeitet und habe gemerkt das mir das überhaupt nicht gut tut. Ich wurde traurig, habe an mir und meiner Beziehung gezweifelt, an meinem Job und meiner Zukunft. Das Selbstbewusstsein verkroch sich in den Keller.
Bis ich angefangen habe noch mehr zu arbeiten. Natürlich nicht im gleichen Job. Ich stand am Wochenende Nachts hinter der Bar eines kleinen Clubs und ich muss sagen es ist das Beste was mir zu der Zeit hätte passieren können. Nicht nur das ich auch einen kleinen dazuverdienst hatte, sondern ich habe neue Leute kennen gelernt, war gefordert.

Die Ausbildung

Als ich meine Ausbildung angefangen habe, habe ich mich in den ersten Monaten nur darauf konzentriert. Wieder war von einem Ausgleich keine Spur. Ich habe für mich gemerkt: mehr ist mehr! Neben meiner Vollzeit Ausbildung habe ich wieder angefangen in einem Club hinter der Theke zu stehen zusammen mit meinen Freundinnen. Ebenfalls habe ich wieder angefangen mit dem Gardetanz in meiner alten Stadt und schreibe für mich aber natürlich auch für euch diesen Blog.

Für mich ist das die pure Selbstverwirklichung. Sobald Langweile aufkommt bin ich raus. Ich bin ein Mensch der Action braucht, immer neue Dinge lernt. Mein Hirn braucht Futter. Ich hab die perfekte Kombi an Ausgleichen gefunden die zu meinem momentanen Leben passten

Die meisten Leute denen ich erzähle was ich so alles mache schütteln den Kopf oder beneiden mich, wie ich das alles unter einen Hut bekomme.
Aber ich brauche das und es ist mir wichtig das auch durchzuziehen. Dabei helfen mir vor allem die festen Termine die ich einzuhalten habe. Training an bestimmten Tagen mit festgelegter Uhrzeit im Team und feste Arbeitszeiten am Wochenende. Sobald ich mir aussuchen kann, wann ich was wie machen ist es bei mir zu Scheitern verurteilt.

Es gibt natürlich 1000 Möglichkeiten sich seinen Ausgleich zu suchen. Da Sport meistens das Gängigste ist, würde ich gerne von euch Wissen was ihr sonst noch so zum Ausgleich macht. Ich bin neugierig und gespannt auf neuen Input, vielleicht entdecke ich zwischen euren Hobbies mein neues Hobby.

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